Wie lässt sich das Thema Beschattung von Weideflächen in den heißen Sommermonaten mit einem Zusatzeinkommen für Landwirt:innen und der Gewinnung sauberen Stroms verbinden? Genau: mit einer Agri-PV-Anlage.
„Die kritischen Stimmen waren anfangs gerade bei meinen Berufskollegen groß“, meint Alois Duller, Landwirt aus Landl in der Steiermark. „Es würde auf dem betreffenden Land nichts mehr wachsen. Meine Schafe könnten nicht mehr weiden, meine Hühner hätten keine Fläche mehr. Aber das hat sich als Irrglaube herausgestellt. Wenn ich jetzt durch die Reihen der PV-Module spaziere, kann ich das genaue Gegenteil beobachten. Durch die Beschattung wächst das Gras unter den Modulen stärker als auf freier Fläche. Das war gerade heuer ein großer Vorteil. Und meine 300 Mutterschafe genießen das Zusatzangebot an Schatten.“ Aber was ist es, was den Schafen und Hühnern von Bauer Duller da so einen angenehmen Alltag und ihm ein lukratives Zusatzeinkommen ermöglicht?
Fragen wir Adolf Aigner, Investor und in dieser Funktion auch Betreiber der PV-Anlage auf dem Land von Bauer Duller. „Errichtet habe ich mit meinem Partner, der eco-tec.at Photovoltaics GmbH, eine Freiflächen-PV-Anlage auf einer Fläche von rund 3,5 ha auf dem Hof von Alois Duller. Die Anlage hat eine installierte Leistung von rund 4 MWp und einen erwarteten Jahresertrag von rund 4,2 Millionen kWh. Das entspricht rechnerisch dem jährlichen Stromverbrauch von ca. 1.000 Haushalten.“

Für Dipl.-Ing. Markus Helmhart von der Errichterfirma eco-tec steht das Projekt exemplarisch für den eingeschlagenen Weg des Unternehmens: „Freistehende Photovoltaikanlagen auf landwirtschaftlich genutztem Grünland haben wir in den vergangenen Jahren ausschließlich als Agri-PV-Anlagen umgesetzt.
Entscheidend ist für uns, dass die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt und die Anlage so geplant wird, dass für den jeweiligen Betrieb möglichst große Synergien entstehen.“
Von einer großflächigen Bodenversiegelung könne keine Rede sein, betont Aigner. Bei Ablauf des Vertrages würde die Anlage vollständig rückgebaut und die Fläche wiederhergestellt. Und all die Genehmigungsverfahren, die notwendige Bürokratie? „Eine besondere Stärke von eco-tec liegt in der Begleitung der Genehmigungsverfahren“, meint der Investor. „Bei allen bürokratischen Hürden und Verfahren steht eco-tec als Berater zur Seite, kümmert sich um die notwendigen Genehmigungen und Verfahren. Das nimmt viel Druck heraus.“
2027 soll das „Projekt Duller“ um einen containerbasierten Batteriespeicher erweitert werden. Dieser soll einen Teil der tagsüber erzeugten Energie aufnehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen. Das kann die Wirtschaftlichkeit der Anlage erhöhen und gleichzeitig zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

Für Dipl.-Ing. Markus Helmhart von eco-tec ist die Kombination ein wichtiger Baustein der Energiewende: „Photovoltaik und Batteriespeicher dürfen nicht als Alternativen betrachtet werden. Für die Energiewende brauchen wir beides: zusätzliche PV-Anlagen auf geeigneten Flächen und Speicher, die Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abstimmen.“
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