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Städte und Gemeinden werden zu systemrelevanten Akteuren

Foto: Stefan Rotter via iStock

Dr. Daniel Dettling

Zukunftsforscher und gefragter Keynoter

Corona beendet die Phase der hyperschnellen Globalisierung. Eine neue Epoche beginnt: Die achtsame Glokalisierung. Ihr Ort sind vor allem Gemeinden im ländlichen Raum. 

Corona ist die Krise der großen Städte 

Österreichs Kraft liegt in seiner Dezentralität. Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher leben in ländlichen Regionen. Auch die Mehrheit der Unternehmen ist nicht in den großen Städten und Ballungsgebieten zuhause. Während sich die großen Städte als Gewinner der Globalisierung sahen, fühlten sich die Einwohner in den ländlichen Regionen oft als die Verlierer des wirtschaftlichen Wandels. Bis Covid-19 kam. Seitdem hat sich das Verhältnis von Stadt und Land radikal verändert. 

Die Kommunen und Bürgermeister werden zu den entscheidenden Akteuren für die Ära der achtsamen Glokalisierung.

Die Corona-Pandemie wurde deshalb auch zur Krise der großen Städte und Ballungsgebiete, weil sie anfälliger und nervöser sind als der ländliche Raum. Geschlossene Restaurants, Fitnessstudios, Kinos und Clubs – das Leben in den Metropolen war auf einmal gefährlich öde. Auf dem Dorf oder in der Kleinstadt ist das soziale Abstandhalten leichter als in der Großstadt. Nachbarschaftshilfen, die sich in den großen Städten erst digital und per Telefon bilden müssen, sind auf dem Land Alltag. Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Wenn sich alles auf die großen Städte konzentriert, brechen diese irgendwann zusammen. Zum Gewinner der Entwicklung werden progressive Zukunftsgemeinden, die beide Welten verbindet: die urbane, weltoffene und die lokale, verbundene Welt. In den Kommunen löst sich der Stadt-Land-Gegensatz auf. Die Coronakrise wird zum Beschleuniger der Megatrends Glokalisierung, Digitalisierung und Demografie (Verhältnis zw. den Generation) und des mit ihnen verbundenen mentalen und sozialen Wandels. 

Lebensqualität und Engagement sind die neuen Standortfaktoren 

Die Gewinner nach Corona sind Regionen, Kleinstädte und Dörfer, die den Wandel offensiv angehen und optimistisch gestalten. Lebensqualität und bürgerschaftliches Engagement sind die neuen Standortfaktoren. Der ländliche Raum wird zum Zukunftsraum für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Nach der Krise werden die Gemeinden Österreichs glokaler, bürgernäher und innovativer. Die Kommunen und ihre Bürgermeister werden zu den entscheidenden Akteuren für die Ära der achtsamen Glokalisierung. 

Mehr über Dr. Daniel Dettling

Dr. Daniel Dettling ist Zukunftsforscher und gefragter Keynoter. Er leitet das von ihm gegründete Institut für Zukunftspolitik (www.zukunftspolitik.de). Sein neues Buch erscheint im Juni: „Zukunftsintelligenz. Der Corona-Effekt auf unser Leben“ (LangenMüller).  

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